Was ist meine Arbeit?

Ich bin seit knapp 30 Jahren in der interkulturellen Erwachsenenarbeit tätig, ich vermittle Trommelrhythmen, Lieder und Tänze aus Westafrika zumeist hier in Deutschland einem hauptsächlich Erwachsenen Klientel.

In meinem schriftlichen Beitrag gehe ich näher auf die von mir benutzten Techniken der Vermittlung über die Sinne ein. Ich berichte über auftretende Schwierigkeiten und Erkenntnisse (Teamgeist) beim Lernen und weise auf die Rahmenzusammenhänge des Aufführungskonzepts in den Herkunftsländern hin (Musik aus sozialen Anlässen). Die Texte der Lieder und die Tanzbewegungen lassen viele Rückschlüsse über die Kultur und die Werte die hinter der jeweiligen Musik stecken zu.

Auch meine Erfahrungen beim Lernen in den jeweiligen Ländern sowie Diskussionen über verschiedene kulturelle Vorstellungen und Werte sind Teil meines Unterrichts.

Des Weiteren erzähle ich von meiner Faszination für diese Musiken und gebe Beispiele für die Reaktionen der Kursteilnehmer. Die Bedeutung von Musik und Tanz in der interkulturellen Bildungsarbeit fasse ich wie folgt zusammen:

Musik und Tanz sind für die allermeisten Menschen Freude spendende, erholsame Tätigkeiten.

Sie verbinden den Menschen mehr mit seinem Körper, seinen Mitmenschen und halten die Aufmerksamkeit in der Gegenwart.

Dadurch dass durch reines Nachahmen (die erste Form des Lernens) schon recht akzeptable Erfolge zu verzeichnen sind ermutigen sie den Menschen in seinem Sein und Tun.

Selbst Menschen die in anderen Bereichen als leistungsschwach eingestuft werden erzielen hier viele Erfolgserlebnisse.

In Afrika sagt man: „Die Musik schmeckt gut“. Da die sinnliche Betätigung (Fühlen) die rechte Gehirnhälfte anregt und durch rhythmische und sprachliche (als Symbol) Betätigung die linke Hälfte aktiviert wird, ist der gesamte Mensch gefordert und es werden viele neue Vernetzungen im Gehirn geschaffen.

Stress kann abgebaut werden und der natürliche Tätigkeitsdrang eines jeden wird befriedigt.

Publikation in der BfN-Schriftenreihe „Naturschutz und Biologische Vielfalt“ – Heft 68.